Fest der Vielen – Von Hanau bis Duisburg, von Halle bis Köln – antirassistische Kämpfe verbinden


Samstag, 28. August 2021, 15 – 22 Uhr, Duisburg Hochfeld, Rheinpark, Umsonst und Draußen

Zwei Tage nach dem 37. Jahrestag des rassistischen Brandanschlags in Duisburg-Wanheimerort, bei dem sieben Duisburger:innen im Jahr 1984 ihr Leben verloren haben, veranstalten wir gemeinsam mit der Initiative Duisburg 1984, dem Djäzz und der Initiative Amed Ahmad das Fest der Vielen im Hochfelder Rheinpark.


Auf unserem Fest kommen wir zusammen, um an die Opfer des rassistischen Brandanschlags 1984 in Duisburg zu gedenken, um uns an ihre Namen zu erinnern und ihre Geschichte in das Gedächtnis unserer Stadt zu bringen! Wir kommen aber auch zusammen, um für die Zukunft unseres Zusammenlebens ein starkes Zeichen zu setzen, und uns gegen den alten und neuen Rassismus zu solidarisieren.Wir freuen uns, mit pandemiegerechtem Hygienekonzept, das Wiedersehen mit Euch zu feiern! An diesem Tag gehört der Rheinpark in direkter Sichtweite der „Brücke der Solidarität“ unter dem Motto der Solidarität mit vielen Gästen, mit kulinarischen und kulturellen Genüssen, Livemusikprogramm auf der Bühne und einer zentralen Podiumsdiskussion ganz der Nachbarschaft, die Hochfeld tagein und tagaus lebendig halten. Daneben werdet Ihr auf dem weiträumigen Gelände mit Duisburger Initiativen an ihren Infoständen ins Gespräch kommen können, und auch für die Jüngeren ist mit einer Kinderbespaßung gesorgt. Unser Fest ist nicht kommerziell.

Wenn Ihr Euch an der Orga oder an dem Tag selbst einbringen wollt, dann schreibt uns einfach an, am besten unter kontakt@sgdv.org

Programm:
Ab 15:00 Uhr: Podiumsgespräch: Erinnern, Kämpfen, Aufklären. Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt im Gespräch

Ab 16:30 Uhr: Überleiten in das Abendprogramm werden die Künstler:innen und Poetry-Slammer:innen Abdul Kader Chahin und Lisa Brück, die gemeinsam starten mit dem Text „Anklage – in memoriam Oury Jalloh“.

Ab 18:00 Uhr: Musikprogramm, unter anderem werden für euch spielen:
• Alex X-tra ta (Duisburg, Hochfeld)
• Microphone Mafia (Köln)
• Mino Riot (Saarbrücken/Duisburg)
• Tenor (Duisburg, Marxloh)
• Kruste (Duisburg)

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Informationen zum Podiumsgespräch:
Zwei Tage nach dem 37-Jahrestag des rassistischen Brandanschlags in Duisburg-Wanheimerort 1984, bei dem sieben Duisburg:innen ihr Leben verloren haben und es bis heute keine konsequente Aufklärung und Erinnerung gibt, diskutiert Kutlu Yurtseven mit den Überlebenden und Hinterbliebenen des Anschlags in Duisburg und vielen weiteren Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, die aus Hanau, Halle, Köln und Bonn anreisen werden.

Seit der Selbstenttarnung des NSU vor zehn Jahren sind gleichermaßen die Gefahr vor rechtsterroristischer Gewalt und vor institutionellem Rassismus in den Sicherheits-, Justiz-, und Ermittlungsbehörden in einem erschreckenden Ausmaß deutlich geworden. Doch nicht erst seit dem NSU, sondern schon seit den 1970er Jahren gibt es rechte, rassistische und antisemitische Gewalt in diesem Land, die nicht konsequent genug verurteilt und bekämpft wird. Stattdessen erleben wir immer wieder, wie Betroffene rechter Gewalt nicht ihr Recht auf Aufklärung, Gedenken und Gerechtigkeit wahrnehmen können, weil sie weder von den Behörden noch von der Politik ernst genommen werden.

Dieser „blinde Fleck“ steht in Kontinuität zur fehlenden Entnazifizierung der Behörden, zum institutionellen Rassismus und der fehlenden Rassismusanalyse in den Behörden. Auch die Politik hat kontinuierlich rassistische und somit politische Motive ignoriert und es somit verpasst, konsequent genug gegen Rassismus und Rechtsterrorismus zu handeln.

Ohne gesellschaftliche und juristische Aufklärung, Erinnerung und Gerechtigkeit können aber weder die Traumata der Betroffenen und Überlebenden geheilt werden, noch kann weiterer Gewalt der gesellschaftliche Nährboden entzogen werden. Spätestens seit der Selbstenttarnung des NSU weiß man, dass man sich auf die Behörden nicht verlassen kann. Deshalb gibt es seit Jahren selbstorganisierte Initiativen, die an der Seite der Betroffenen um Erinnerung, Gerechtigkeit und Aufklärung kämpfen.

Auf diesem Podium spricht Moderator Kutlu Yurtseven mit Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt über selbstorganisierte Initiativen, Solidarität, vielstimmige Erinnerung und betroffenenorientierte Gedenkkulturen. Miteinander reden werden die Überlebenden des Brandanschlags 1984 in Duisburg, Malek Ahmad, der Vater des in der JVA Kleve gestorbenen Amed Ahmads, Talya Feldmann, Überlebende des antisemitischen, rassistischen und antifeministischen Anschlags in Halle und Angehörige der ermordeten Menschen aus Hanau.


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Gefördert durch: LAG Soziokultur

Wochenendworkshop zur Geschichte der Rom:nja und Antiziganismus; mit Amaro Drom

Fr., 23.7. – So., 25.7., Stapeltor Duisburg

Wir wollen das oben benannte Wochenende der Geschichte der Rom:nja widmen. In dieser lässt sich der ihnen begegnende Rassismus nicht ausblenden. Gemeinsam mit euch und den zwei Teamer:innen von Amaro Drom wollen wir der Frage nachgehen, was es damit auf sich hat und uns gleichzeitig für das Thema sensibilisieren. Es spielt es keine Rolle, ob ihr schon Vorwissen habt oder ob ihr euch das erste Mal der Thematik annähert, ihr seid herzlich eingeladen.

Am Freitagabend werden wir uns zwischen 19 und 21 Uhr das erst mal treffen, um uns kennen zu lernen.

Am Samstag werden wir dann inhaltlich in das Workshopwochenende starten. Im Zeitraum von 9:00 bis 19:00 Uhr werden wir uns mit der Geschichte der Rom:nja und Sinti:zze beschäftigen. Hier findet eine Auseinandersetzung mit unseren eigenen Vorurteilen und Stereotypen statt und gemeinsam werden wir uns mit der Wirkweise von Antiziganismus befassen. Weiter wird die Vernichtung der Rom:nja und Sinte:zza während des Holocaust, dem sogenannten Porajmos, thematisiert. Dies bildet für uns eine notwendige Grundlage für die Auseinandersetzung mit Antiziganismus, denn die Situation heutiger Communities von Rom:nja und Sinti:zze kann nicht verstanden werden, ohne die historische Entwicklungen dieses spezifischen Rassismus genauer zu beleuchten. Dies wird beispielsweise dadurch deutlich, dass bisher keine europäische Stadt eine kollektive Entscheidung über eine Entschädigung für Rom:nja nach ihrer Verfolgungsgeschichte und dem Porajmos getroffen hat. Dies sollte verwundern, da diese Geschichte bis in die Gegenwart hinein wirkt. Zusammen mit den alten Praktiken wurden neue und mitunter subtilere strukturelle politische Maßnahmen gegen Rom:nja erlassen. Die Diskriminierung der Rom:nja geht somit weiter.

Am Sonntag wollen wir zum Abschluss des Workshopwochenendes gemeinsam diskutieren, was wir mit dem nun erworbenen Wissen und Erkenntnissen anfangen. Was können wir für die aktuelle Lage, insbesondere in Duisburg, ableiten? Was können wir persönlich verändern, um diesem Rassismus etwas entgegenzusetzen? Was muss aber vor allem strukturell verändern werden?

Hierbei ist für uns das Konzept des Empowerments als eine Form der Selbstermächtigung und das Konzepts des Powersharings zentral. Sich der eigenen Verstrickung in Machtverhältnissen und den eigenen Privilegien bewusst zu sein sowie ein aktives Zuhören seitens der Mehrheitsgesellschaft sind unserer Meinung nach notwendig, um eine nachhaltige gesellschaftliche Veränderung anstoßen zu können. Nur durch eine sensible, diskriminierungskritische und intersektionale Sichtweise können wir Powersharing betreiben und möglichst diskriminierungsarme Räume schaffen, die für alle offen sind.

Das Programm ist zwar sehr dicht, sieht aber auch ausreichende Pausen vor und wir werden bei der Gestaltung des Workshopwochenendes auf eure Bedürfnisse eingehen. So ist auch für Verpflegung in Form von Essen und Getränken gesorgt sein. Zeitlich sieht das Programm folgende Slots vor:

Freitag, 23.7.: 19:00 – 21:00 Uhr

Samstag, 24.7.: 09:00 – 13:00 Uhr und 15:00 – 19:00 Uhr

Sonntag25.7.: 09:00 – 13:00 Uhr

Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten des Stapeltors in Duisburg statt. Hier wird uns ein großer Raum zur Verfügung gestellt, in dem die Möglichkeit der guten Durchlüftung besteht. Allgemein werden wir die geltenden Hygiene-Regeln beachten.

Wenn wir euer Interesse geweckt haben, schickt eure Anmeldungen gerne an kontakt@sgdv.org und schreibt uns einen kurzen Satz, was euch zur Teilnahme an dem Workshop motiviert.

Leitet die Einladung gerne an eure Freund:innen und Bekannte weiter. An dieser Stelle möchten wir kurz darauf aufmerksam machen, dass es vorteilhaft ist, wenn ihr an allen drei Slots teilnehmt.

Daran anschließen wird das Podiumsgespräch zu „Gewalt gegen Sinte:zze und Rom:nja – der legitimierte Rassismus“, am 26. Juli um 19 Uhr in der Liebfrauen Kulturkirche, Duisburg.

Der Wochenendworkshop wird von dem Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V. angeboten. Als neu gegründeter Verein setzen wir uns für eine antirassistisch-emanzipatorische Gesellschaft ein, in der wir Alle ohne Angst verschieden sein können. Als Migrant:innenselbstorganisation wollen wir migrantisierte und marginalisierte Perspektiven und Positionen in gesellschaftlichen Debatten stärken und Gegennarrative zu dominanzgesellschaftlichen Einheitserzählungen ermöglichen und fördern. Darüber hinaus ist es uns ein zentrales Anliegen, die Selbsthilfe für von rassistischer, diskriminierender, sozialer oder ökonomischer Ausgrenzung betroffenen Menschen zu stärken. Dafür wollen wir langfristig Räume zur Verfügung stellen und Angebote und Projekte schaffen, um gemeinsam gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Denn Solidarität basiert auf Austausch und Vernetzung. Dafür bedarf es Orte, an denen sich Menschen kennenlernen, sich zuhören, diskutieren, gegenseitig helfen, vernetzen, organisieren und feiern können.

Podiumsgespräch: Gewalt gegen Sinte:zze und Rom:nja – Der legitimierte Rassismus

Montag, 26. Juli 2021, 19 Uhr – Liebfrauen Kulturkirche, Duisburg

Die Thematisierung von Rassismus führt immer wieder zu reflexhaften Abwehrhaltungen. So auch in Duisburg. Doch auch hier ist es unerlässlich, dass eine gesellschaftliche Sensibilisierung gegenüber den Wirkungsweisen verschiedener Rassismen stattfindet. Das bedeutet, auch den Rassismus gegen Sinte:zze und Rom:nja in den Blick zu nehmen.

Dies ist notwendig, da beispielsweise die „Wohnungsfrage“ in problematisierten Stadtteilen immer wieder als „Sicherheitsfragen“ diskutiert wird. Gleichzeitig wird Armut ethnisiert, Migration kriminalisiert und Menschen strukturell entrechtet. Dabei wird der Alltagsrassismus, der den Menschen begegnet, wenn sie eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz suchen, ebenso ausgeblendet wie die Tatsache, dass sie sich das Leben in Prekarität nicht freiwillig ausgesucht haben. Die Verstrickungen von Diskriminierung in Schulen, im Kontakt zu den Ämtern, Polizei etc. müssen hier mit einbezogen werden.

Nach der pogromartigen Belagerung und Räumung der Häuser „In den Peschen“ im Jahr 2014, der rassistischen Verdrängung von Rumän:innen und Bulgar:innen aus Marxloh 2018 und 2019 und zuletzt den Zwangsräumung der Gravelottestraße und Brückenstraße in Duisburg Hochfeld, hat sich strukturell wenig zum Besseren verändert. Neu ist allerdings, dass die zwangsgeräumten Bewohner:innen in Hochfeld öffentlich über ihren Frust und ihre Wut reden, und die Menschenrechtsverletzungen deutlich benennen: https://www.youtube.com/watch?v=Y9BPklc0Oag….

Und genau an diesem Punkt setzt das Podiumsgespräch mit dem ausgewiesenen Expert:innenkreis an: Wir wechseln die Blickrichtung – not about us, without us.

Wir wenden uns von dem dominierenden und stigmatisierenden Blick der Mehrheitsgesellschaft ab. Stattdessen wenden wir uns hin zu einer Rassismusanalyse, die Sinti:zze und Rom:nja nicht länger zu einem dehumanisierten Objekt macht, sondern sie als selbstbestimmte Subjekten ernst nimmt. Die Expert:innen auf dem Podium werden aus ihren jeweiligen Professionen und Position heraus strukturellen Rassismus aufzeigen und hierbei insbesondere auf die Situation in Kindergärten und Schulen, auf den Wohnungsmarkt und der Stadtentwicklungspolitik eingehen, auch am Beispiel Duisburgs. Weiter fragen wir unter anderem nach der Ursache der rassistischen Gewalt, die nicht bei den Betroffenen, sondern immer bei den Täter:innen zu suchen ist.

Was braucht es demnach für Ausgangsbedingungen, um eine Gesellschaft zu erreichen, in der wir alle ohne Angst verschieden sein können? Ein erster Schritt ist es, Formen des Zuhörens zu organisieren, in dem die Perspektiven und Positionen der von Diskriminierung und Rassismus Betroffenen angehört und ernst genommen werden – und eigene Privilegien kritisch hinterfragt werden.

Wir freuen uns sehr auf dem Podium begrüßen zu dürfen:

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit Amaro Drom e.V. und dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung konzipiert. Wir werden vor Ort Übersetzung in bulgarisch, rumänisch und türkisch ermöglichen.

Auf der Veranstaltung werden wir auf die Einhaltung der AHA-Regeln achten, ein entsprechendes Hygienekonzept ist vorhanden. Weiter bitten wir darum, dass die Teilnehmer:innen der Veranstaltung entweder getestet, genesen oder geimpft sind. Die Veranstaltung wird gleichzeitig live übertragen, für all diejenigen, die nicht vor Ort sein können oder dies unter den momentanen Bedingungen nicht möchten.

Die Veranstaltenden behalten sich bei allen Veranstaltungen vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Als Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen haben wir uns gegründet, um uns für eine antirassistisch-emanzipatorische Gesellschaft einzusetzen, in der wir Alle ohne Angst verschieden sein können. Als Migrant:innenselbstorganisation wollen wir migrantisierte und marginalisierte Perspektiven und Positionen in gesellschaftlichen Debatten stärken und Gegennarrative zu dominanzgesellschaftlichen Einheitserzählungen ermöglichen und fördern. Darüber hinaus ist es uns ein zentrales Anliegen, die Selbsthilfe für von rassistischer, diskriminierender, sozialer oder ökonomischer Ausgrenzung betroffenen Menschen zu stärken. Dafür wollen wir langfristig Räume zur Verfügung stellen und Angebote und Projekte schaffen, um gemeinsam gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Denn Solidarität basiert auf Austausch und Vernetzung. Dafür wiederum bedarf es Orte, an denen sich Menschen kennenlernen, sich zuhören, diskutieren, gegenseitig helfen, vernetzen, organisieren und feiern können.


Насилието срещу Синти и Рома – Легитимиран расизъм

Понеделник, 26. юли 2021 г., 19 часа – Лийбфрауен Културкирхе, Дуисбург

Дискусиите на тема расизъм винаги водят до рефлекторното заемане на защитни позиции. Това важи и за Дуисбург. Но дори и тук от съществено значение е нарастващата социална чувствителност спрямо ефектите на различните видове расизъм. Това означава да обърнем внимание и на расизма срещу Синти и Рома.

Необходимостта възниква, защото например “темите засягащи жилища” в проблемните части на града се обсъждат отново и отново като “теми засягащи сигурността”. В същото време бедността се етнизира, миграцията се криминализира, а хората целенасочено се лишават от граждански права. При това ежедневният расизъм, с който хората се сблъскват, когато търсят жилище или работа, се пренебрегва, както и фактът, че животът в несигурност не е техен доброволен избор. Дискриминацията, сплетена в материята на училищата, властите, полицията и т.н., също трябва да бъде взета под внимание.

Дори след съкрушителната обсада и евакуация на къщите в Пешен през 2014 г., на расисткото изселване на румънци и българи от Марксло през 2018 г. и 2019 г. и скорошното изселване на Гравелотещрасе и Брюкенщрасе в Дуисбург Хохфелд, се отчитат само незначителни структурни подобрения. Нов обаче е фактът, че изселените от Хохфелд жители публично дават глас на разочарованието и гнева си и с точност споменават нарушенията на правата на човека: https://www.youtube.com/watch?v=Y9BPklc0Oag….

И точно тук се включва дискусията на подиума с признатата експертна група: Ние променяме посоката на действие – не за нас, без нас.

Ние обръщаме гръб на доминиращия и заклеймяващ възглед на едно общество на мнозинството. Вместо това се отдаваме на анализ на расизма, който вече не разглежда Синти и Рома като дехуманизирани обекти, а ги приема сериозно като самоопределящи се субекти. Експертите на подиума ще изтъкнат структурирания расизъм, уповавайки се на съответните си професии и длъжности, и ще обърнат специално внимание на ситуацията в детските градини и училищата, на жилищния пазар и в политиката за градско развитие, като включат и примера на Дуисбург. В хода на дискусията ще засегнем между другото и причината за расисткото насилие, която не трябва да се търси сред жертвите, а винаги между извършителите.

И така, какви са изходните условия, за да постигнем общество, в което не е необходимо да се страхуваме да бъдем различни? Първата стъпка е да организираме начин на възприятие, при който перспективите и позициите на засегнатите от дискриминация и расизъм ще бъдат изслушани и взети на сериозно – а личните привилегии ще бъдат критично преразгледани.

С радост приветстваме на подиума:

Исмета Стойкович, Amaro Drom e.V.

Роксана-Лорен Уит, save space e.V.

Амдрита, семеен и травма-терапевт, save space e.V.

Бурак Йълмаз, педагог и автор

Мелих Кесер, Laissez-passéz e.V.

Модерация:

Серче Берна Йознарчичеги, Чирикли

Поздрав:

Лена Визе, SGDV eV

Събитието е планирано съвместно с Amaro Drom e.V. и Дуисбургския институт за езикови и социални изследвания. Ще осигурим превод на място на български, румънски и турски език.

На събитието ще гарантираме спазването на правилата на AHA; погрижили сме се за съответната хигиенна концепция. Също така молим участниците в събитието да са тествани, излекувани или ваксинирани. Събитието ще се излъчва едновременно на живо за всички онези, които не могат или не желаят да присъстват предвид актуалните условия.

Организаторите запазват правото си да се възползват от своето право на домакини и да откажат достъп или да изключат лица, които се определят като привърженици на дясната сцена или такива, които са се проявили с безочливи изявления в миналото.

Асоциацията за солидарното общество на мнозинството беше основана, за да се защити едно анти-расистко еманципаторско общество, в което всички можем да бъдем различни без да се страхуваме. Като организация на мигранти, ние се стремим да укрепим мигрантските и маргинализирани перспективи и позиции в социалните дебати и да подпомогнем и насърчим контра-твърдения срещу преобладаващи теории за единство в обществото. Освен това основната ни грижа е да засилим самопомощта за хора, жертви на расистко, дискриминационно, социално или икономическо отлъчване. За тази цел искаме да осигурим пространство в дългосрочен план и да създадем възможности и проекти, чрез които заедно да насърчим социалните промени. Защото солидарността се основава на обмен и взаимовръзки. Това от своя страна изисква локации, на които хората могат да се опознаят, да се изслушат, да обсъждат, да си помагат, да установяват връзки помежду си, да се организират и празнуват.


Violența împotriva persoanelor de etnie sinti și romă: rasism legitimizat

Luni, 26 iulie 2021, ora 19 – Liebfrauen Kulturkirche, Duisburg

Tematizarea rasismului duce în mod repetat la acțiuni de apărare din reflex. La fel și în Duisburg. Totuși este absolut necesar și aici, că are loc o sensibilizare socială față de efectele diferitelor rasisme. Acest lucru înseamnă să avem în vedere și rasismul împotriva persoanelor de etnie sinti și romă.

Acest lucru este necesar deoarece, de exemplu, despre „problema locuințelor“ se discută în mod repetat ca de o „problemă de securitate“ în cartierele problematice. În același timp, sărăcia este etnicizată, migrația incriminată și oamenii privați structural de drepturi. Aici, rasismul de zi cu zi care îi întâmpină pe oameni atunci când ei caută o locuință sau un loc de muncă, este ascuns la fel ca și faptul, că ei nu au ales viața în precaritate în mod voluntar. Trebuie inclusă aici și implicațiile discriminării în școli, în contactul cu autoritățile, poliție etc.

După asediul gen pogrom și evacuarea caselor din zona „In den Peschen“ din anul 2014, represiunea rasistă a româncelor și bulgăroaicelor din Marxloh din anii 2018 și 2019 și, recent, evacuarea forțată din Gravelottestraße și Brückenstraße din Duisburg Hochfeld, nu s-a schimbat structural prea mult în bine. Nou este de fapt, că locuitorii:oarele evacuați:te forțat din Hochfeld vorbesc public despre frustrarea și furia lor și menționează în mod clar încălcările drepturilor omului: https://www.youtube.com/watch?v=Y9BPklc0Oag….

Și exact pe acest acest punct mizează discuția de grup cu cercul renumit de experți:te: Noi schimbăm viziunea – not about us, without us.

Noi ne îndepărtăm de punctul de vedere dominant și stigmatizant al societății majoritare. În schimb, ne întoarcem spre o analiză a rasismului, care nu mai face din persoanele de etnie sinti și romă un obiect dezumanizat, ci le consideră în mod serios ca subiecți cu autodeterminare. Experți:ele vor scoate în evidență la discuția de grup rasismul structural din profesiile și funcțiile lor respective și la aceasta vor aborda în detaliu în special situația din grădinițe și școli, de pe piața imobiliară și din politica de dezvoltare urbană și cu exemplificări din Duisburg. În continuare întrebăm printre altele despre cauza violenței rasiale, care trebuie căutată nu la cei afectați, ci întotdeauna la făptaș:e.

Ce condițiile inițiale sunt deci necesare, pentru a realiza o societate în care noi toți putem fi diferiți fără teamă? Un prim pas este să organizăm forme de ascultare reciprocă, în care sunt ascultate și sunt luate în serios perspectivele și luările de poziții ale celor afectați de discriminare și de rasism – și  sunt examinate critic propriile privilegii.

Suntem foarte încântați că avem permisiunea să salutăm la discuțiile de grup pe:

Ismeta Stojkovic, Amaro Drom e.V.

Roxanna-Lorraine Witt, save space e.V.

Amdrita, terapeută pentru familii și traume, save space e.V.

Burak Yilmaz, pedagog și autor

Melih Keser, Laissez-passez e.V.

Moderator:

Serçe Berna Öznarçiçeği, Čirikli

Întâmpinare:

Lena Wiese, SGDV e.V.

Evenimentul a fost conceput împreună cu Amaro Drom e.V. și Institutul de Cercetare Lingvistică și  Socială Duisburg. Vom asigura traducerea la fața locului în limba bulgară, română și turcă.

La eveniment, ne vom avea în vedere respectarea normelor AHA (distanța, igiena, masca în viața cotidiană); există un concept corespunzător de igienă. De asemenea rugăm ca participanții:tele la eveniment să fie testate, vindecate după boală sau vaccinate. Evenimentul va fi transmis în direct simultan pentru toți cei care nu pot fi la fața locului sau nu doresc acest lucru datorită condițiilor actuale.

Organizatorii își rezervă dreptul pentru toate evenimentele, să facă uz de dreptul firmei lor  și ca atare, să refuze accesul la eveniment a persoanelor considerate ca fiind cu orientare de dreapta sau cunoscute în trecut prin remarci dezumanizante sau să excludă aceste persoane de la eveniment.

Ne-am înființat ca asociație pentru o societate solidară a celor mulți pentru a ne implica pentru o societate antirasistă și emancipatoare, în care noi toți putem fi diferiți fără teamă. Ca organizație proprie a migranților:telor vrem să consolidăm perspectivele și pozițiile migrantizate și marginalizate prin dezbateri sociale și să facilităm și să promovăm contranarațiuni la narațiunile despre unitate ale societății dominante. În afară de asta, este o preocupare principală pentru noi, să consolidăm autoajutorarea pentru oamenii afectați de excluderi rasiste, discriminatorii, sociale sau economice. Pentru aceasta, vrem pe timp îndelungat, să  punem spații la dispoziție și să creăm oferte și proiecte pentru a iniția împreună schimbări sociale. Deoarece solidaritatea se bazează pe schimb de idei și pe crearea de rețele. Pentru aceasta, drept urmare, sunt necesare locuri în care oamenii să poată să se cunoască, să se asculte unii pe alții, să discute, să se ajute reciproc, să stabilească relații, să se organizeze și să sărbătorească.

Und sehr gerne stellen wir uns auch noch mal ausführlicher vor:

Wir haben gute news in weniger guten Zeiten für Euch: Wir haben mit Utopie, Handarbeit, Organisierung und dem Wissen um die Welt, das Ruhrgebiet und Duisburg, dass es nämlich so „wie es ist, nicht bleiben darf“ (Bert Brecht), einen gemeinnützigen „Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V.“ in Duisburg gegründet.


Der Verein entstand maßgeblich aus dem Personenkreis der Initiative Amed Ahmad, der Initiative DU 26. August 1984 und der Veranstaltungslocation Djäzz Jazzkeller Duisburg und dem Austausch mit Euch. Derzeit suchen wir im Stadtteil Duisburg-Hochfeld nach Räumlichkeiten für ein Sozial- und Kulturzentrum, in dem wir dieser Vision der solidarischen Gesellschaft der Vielen einen Schritt näher kommen können. Wir haben für die Zwischenzeit Büroräume im Stadtteil bezogen, in denen wir, je nach Pandemie-Lage, zunächst niedrigschwellige & mehrsprachige Sozial- und Rechtsberatung anbieten und ansprechbar sein wollen. Warum dies notwendig ist, zeigten zuletzt wieder Zwangsräumungen in Duisburg unter dem Vorwand des Brandschutzes, bei denen die Bewohner:innen ohne Ankündigung auf die Straße gesetzt wurden. Zusammen mit dem Netzwerk Hochfeld, das sich mit Blick auf die Stadtentwicklungspolitik in Hochfeld gegründet hat, wollen wir uns u.a. diesen Formen und potentiellen Widerständen gegen Verdrängungen annehmen.


Wir wollen hier vor Ort – und bundesweit vernetzt – langfristig und nachhaltig Strukturen für eine solidarische und vielsprachige Gesellschaft und die Demokratisierung der Bedingungen des partizipativen Zusammenlebens Aller entwickeln und aufbauen. Neben offenen Treffpunkten und Räumen für generationsübergreifende politische Bildungs- und Kulturarbeit, für Kunst und Kultur, aber auch für Erinnerungs- und Gedenkarbeit, wollen wir verschiedenste Formen der Selbstorganisierung und des Self-Empowerments mit ermöglichen und marginalisierte Perspektiven und Stimmen sichtbar machen. Darüber hinaus ist es für uns zentral, die Selbsthilfe und Teilhabe für von rassistischer, diskriminierender, sozialer oder ökonomischer Ausgrenzung betroffenen Menschen zu stärken. Und dafür wollen wir diesen Ort schaffen: denn Solidarität basiert auf Austausch, Demokratiearbeit, solidarischen Gemeingütern und Vernetzung – Orte, an denen sich Menschen kennenlernen, sich zuhören, diskutieren, gegenseitig unterstützen, vernetzen, organisieren, Tee trinken und feiern können.

So haben wir uns diesen common Ort in dem Hochbunker in Duisburg-Hochfeld vorgestellt.


Wir stehen heute an diesem Punkt, weil wir als Gründungsmitglieder voneinander unfassbar viel gelernt und Solidarität erfahren haben. Danke!


Wenn ihr Lust habt, uns bei der Vereinsarbeit zu unterstützen, dann freuen wir uns vor allem über Tipps und Hinweise zu Fördergeldern, damit wir uns in unserer Arbeit vor allem eine größtmögliche Unabhängigkeit bewahren können. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden oder Fördermitgliedschaften, Infos dazu findet ihr auf unserer Homepage http://www.sgdv.org. Genauso sind wir aber auch an vielfältigen, inhaltlichen Inputs und Weiterbildungs-Angeboten, insbesondere im Themenspektrum intersektionaler Ausschlussmechanismen und Erinnerungsarbeit interessiert.

Wenn ihr uns punktuell oder sogar langfristig bei unserer Arbeit unterstützen oder zusammenarbeiten möchtet, meldet Euch gerne mit Euren Ideen und meldet Euch auch, wenn Ihr einfach erstmal nur grüßen und Hallo sagen wollt. Setzt unseren Verein auf Eure Mail-Verteiler und leitet unseren Post gerne in Euren Netzwerken weiter! Mittelfristig werden wir Unterstützung insbesondere im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, der Antragsformulierung oder der Buchhaltung gebrauchen können.


Auch wenn derzeit pandemiebedingt an Veranstaltungen immer noch nur bedingt zu denken ist, haben wir trotzdem schon viele, viele Ideen, die wir gerne, auch in Kooperationen, umsetzen möchten. So planen wir derzeit einen Dokumentarfilm über das Leben von Amed Ahmad. Was wir auch bereits für umsetzbar halten, ist insbesondere der Bereich Sozial- und Rechtsberatung. Wenn ihr Expert:innen seid oder Expert:innen in dem Feld kennt, die mehrsprachig sind, meldet Euch gerne! Wir arbeiten derzeit daran, eine Grundfinanzierung unserer ehrenamtlichen, und zukünftigen hauptamlichen Arbeit zu ermöglichen.


Wir können Euch aber auch schon drei kommende Veranstaltungstermine in Duisburg ankündigen, weitere Infos werden wir noch teilen:


Fr.-So., 23.-25. Juli, im Stapeltor: Wochenendworkshop mit Amaro Drom e.V. zur Rom:nja-Geschichte und Antiziganismus

Mo., 26. Juli, 19 Uhr, Liebfrauen Kulturkirche: Podiumsgespräch „Gewalt gegen Sinte:zze und Rom:nja – Der legitimierte Rassismus“

Sa., 28. August, im Rheinpark in Duisburg Hochfeld: „Fest der Vielen“ – Podiumsgespräch anlässlich des Jahrestags des rassistischen Brandanschlags am 26. August 1984 in Duisburg Wanheimer Ort, mit anschließendem Musikprogramm

Yallah!

Solidarische Grüße aus Duisburg,

Cem, Ceren, Kemal, Lena, Mesut, Özkan, Sascha

Die WAZ hat über unsere Vereinspläne berichtet

„Am liebsten möchten Özkan Ulucan und seine Mitstreiter in den Hochbunker an der Friedenstraße in Hochfeld einziehen. „Der Standort wäre perfekt. Der Hauptbahnhof ist in 15 Minuten zu erreichen und der Bunker hat Charme“, gerät Ulucan ins Schwärmen. Sogar einen Investor gab es, der das Gebäude für die Macher kaufen wollte. Doch wie es weiter geht, steht in den Sternen. Um die Entwicklung des benachbarten Theisen-Geländes voranzutreiben, hat nun die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gebag den Bunker erworben. Immerhin sind beide Parteien im Gespräch. […]

Hochbunker Friedenstraße

Der sechsgeschossige Bunker könnte in der ersten Etage das „Djäzz“ beherbergen. Für den zweiten Stock schwebt den Machern ein „nachbarschaftliches Labor für soziale Transformationen“ vor. Ergänzt wird das Konzept mit Ateliers, Ton- und Filmstudios. Auf dem Dach könnte eine Gastronomie mit Blick über Hochfeld einziehen. „Größere Veranstaltungen könnten in der benachbarten Feuerwache stattfinden“, überlegt Özkan Ulucan. […]

Der Umzug des Djäzz in den Hochbunker im Dezember 2020

„Wir haben uns in den vergangenen Monaten umgehört, haben mit Kulturschaffenden und Hochfeldern über ihre Wünsche geredet und auch mit Mitarbeitern der Entwicklungsgesellschaft Duisburg gesprochen. Die fanden unsere Pläne gut“, betont Lena Wiese. […]

Der Verein will trotzdem weitermachen, bis klar ist, ob die Alte Feuerwache und der Bunker zur Verfügung stehen: „In der Zwischenzeit werden wir unsere Vernetzung und Sichtbarkeit im Stadtteil weiter vorantreiben.“ Provisorische Büroräume an der Eigenstraße wurden bereits bezogen.“ […]

In der Vergangenheit fanden in der Alten Feuerwache Kulturveranstaltungen statt, aber auch die Grundschulen und andere Gruppen nutzten den Saal für Veranstaltungen. „Hochfeld fehlt so ein Raum“, weiß Özkan Ulucan.“

Das Mobiliar mussten wir dann schweren Herzens wieder aus dem Bunker rausholen

Wasserstandsmeldung vom Djäzz:

„Liebe Freunde und Freundinnen des Djäzz,

mehr als ein Jahr ist vergangen, seitdem wir uns entschlossen haben Pandemie-bedingt die ersten Veranstaltungen abzusagen. Im Dezember letzten Jahres war an eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes zwar immer noch nicht zu denken, aber wir kamen einem anderen Ziel näher: dem lang gewünschten Umzug in neue Räumlichkeiten. Auch wenn wir den neuen Standort nie offiziell benannt haben, wussten viele von Euch dank des funktionierenden Flurfunks, wohin es uns verschlagen sollte: in einen Hochbunker im Stadtteil Hochfeld. Doch manchmal kommt es leider anders als man denkt. Das Djäzz-Interior war bereits am neuen Standort, Pläne weiter geschmiedet, Verträge aufgesetzt – doch die Räumlichkeiten wurden dann doch erst mal nicht zu unseren. Das Wieso & Warum birgt auf alle Fälle genug Stoff für viele lange Thekengespräche, sobald diese wieder möglich sind.

Vieles war zum Haare raufen aber in der Zwischenzeit ist natürlich trotzdem einiges passiert: Das Djäzz ist ein Teil des Vereins für die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V. geworden und wir haben Exil-bedingt Büroräume der Partei Die PARTEI Duisburg bezogen. Aktuell führen wir mit unterschiedlichen Akteuren konstruktive Gespräche und sind guter Dinge, dass am Ende weit mehr als nur ein neues Zuhause für unseren Keller dabei herauskommt. Wir haben die ein oder andere Idee im Hinterkopf, die nicht in erster Linie mit Konzerten & Parties, aber mit einem solidarischen Zusammenleben in unserer Stadt zu tun hat.

Deshalb: habt weiterhin Geduld mit uns – wir sind guter Dinge, dass sie sich am Ende auszahlt.“