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Veranstaltung

Tresengespräch und musikalische Lesung

Am Samstag, 23.04.22, 19 Uhr mit Kutlu Yurtseven von Microphone Mafia

Wenn Rossi Pennino und Kutlu Yurtseven, eingeladen von Kulturgruppen, Gewerkschaften oder Schulen, auf Türkisch, Italienisch und Deutsch rappen, so blicken sie auf rund 30 Jahre „Microphone Mafia“ zurück. Deren Geschichte und die persönliche Geschichte dieser beiden findet sich im Buch „Eine ehrenwerte Familie. Die Microphone Mafia – Mehr als nur Musik“. Aufgewachsen im Schatten der Bayer-Werke, würdigen sie zunächst die erste Generation jener Arbeitsmigranten, die „alles gaben“. Stets standen sie für das Selbstbewusstsein des HipHop, das nicht nach dem Lebenslauf fragt. Neben unbeschwerten Stücken prägen solche über die Brandanschläge der 1990er Jahre das Repertoire der Band. Das NSU-Attentat auf der Kölner Keupstraße erfuhr Kutlu aus der Nähe – allein Grund genug, sich auch jenseits der Musik in Initiativen oder auf der Schauspielbühne zu positionieren.

Kutlu Yurtseven, *1973, Gründungsmitglied von Microphone Mafia, rappt auf Türkisch und Deutsch. Nach den NSU-Anschlägen Beteiligung an der Initiative »Keupstraße ist überall« und Mitwirkung am Theaterstück »Die Lücke« des Kölner Schauspiels.

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Presse ZK Hochfeld

Das ZK Hochfeld stellt sich vor

Foto: Ant Palmer / WAZ

Den gesamten WAZ-Artikel von Fabienne Piepiora findet ihr hier.

Auszug: „Über der Tür hängt noch das alte Schild der Kneipe „Zum Sankt Johann“ am Hochfelder Markt. Auf einer Tafel ist mit Kreide aber schon der neue Name vermerkt: „Zentrum für Kultur“. Der „Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen“ hat die Gaststätte gemietet, um dort beispielsweise Sozialberatung für Zugewanderte anzubieten aber auch einen Raum für politische Diskussionen, Lesungen oder Abende an der Theke zu schaffen. Wer hier sein Bierchen trinkt, unterstützt die Vereinsarbeit. […]

Foto: Ant Palmer / WAZ

Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Zugewanderten, insbesondere Sinti und Roma, eine Stimme zu geben. In der Vergangenheit haben die Ehrenamtlichen immer wieder auf die prekären Zustände insbesondere in Zusammenhang mit den Häuserräumungen in Hochfeld aufmerksam gemacht. Zwar gebe es im Stadtteil Hochfeld einige Vereine und Verbände, die schon Beratungsangebote machten. Aber teilweise reagierten einige Wohlfahrtsverbände wenig hilfsbereit und das Misstrauen der Betroffenen sei gegenüber offiziellen Stellen groß. Zudem, so beschreibt Lena Wiese, seien auch Berater aus den migrantischen Communitys „nicht frei von Rassismen und Vorurteilen gegenüber Sinti und Roma“, so dass diese die Angebote kaum nutzen.

In einem separaten Raum, der zur Kneipe gehört, kümmern sie und die anderen Ehrenamtlichen sich bereits um den „Schriftkram“ der Zugewanderten, helfen beispielsweise bei der Übersetzung von Amtsbriefen oder beim Stellen von Anträgen. Langfristig sei der Plan aber „nicht für die Roma zu sprechen, sondern ihnen eine Bühne zu bieten, dass sie sich selbst für ihre Rechte einsetzen.“ Mit Blick auf die Solidarität mit den Flüchtlingen aus der Ukraine, sagt sie: „Ich bin nicht wütend, dass es jetzt in vielen Dingen so schnell geht, aber es wird Zeit, dass auch die Zugewanderten aus Südosteuropa und andere Marginalisierte, die gleichen Möglichkeiten bekommen und die strukturelle Benachteiligung aufhört. Menschenrechte sind nicht teilbar.“ Was sie wundert: „Ich weiß nicht, warum man das in Duisburg nicht hinbekommt, in Dortmund funktioniert das alles sehr gut, dass die Roma auf Augenhöhe mit an Runden Tischen sitzen und nicht nur als Feigenblatt dienen.“

Foto: Ant Palmer / WAZ

Und auch die Kulturszene in Duisburg könne eine weitere, migrantisch geprägte Sichtweise vertragen. „Wer eine Idee für einen Workshop oder ein Veranstaltungsformat hat, oder sich anderweitig einbringen will, kann sich gerne an uns wenden.“

Die Beratung soll immer mittwochs und donnerstags ab 12 Uhr, und nach Absprache, angeboten werden. Donnerstags, freitags und samstags wird das Kulturzentrum dann ab 19 Uhr für Theken-Abende und Veranstaltungen öffnen.“