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Erste Impressionen vom ersten „Fest der Vielen“

Mit Dank an den Fotografen Marcel Kaya!

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WAZ-Artikel: „Der Anlass zur Gründung war Wut.“

Wir haben in diesem Interview umrissen, warum wir wütend sind, warum wir den Verein gegründet haben und was wir vorhaben. Es geht aber nicht darum, dass „wir“ den „Zugewanderten“ eine Stimme geben. Es geht darum, dass den marginalisierten Stimmen und den Betroffenen von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt endlich zugehört wird, dass diese ernst genommen werden und um überfällige strukturelle Veränderungen.

„In Duisburg-Hochfeld gibt es einen neuen Verein. Der „Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen“ ist seit ein paar Monaten in dem Stadtteil aktiv und veranstaltet am Samstag, 28. August, ab 15 Uhr im Rheinpark das sogenannte „Fest der Vielen“. Vor ein paar Wochen haben die Mitglieder eine Veranstaltung in der Liebfrauen-Kirche mitorganisiert, die sich mit dem Selbstverständnis und Vorurteilen gegenüber Sinti und Roma auseinandergesetzt hat. Im Gespräch erklärt die Vorsitzende Lena Wiese, was sie und ihre Mitstreiter erreichen wollen.

„Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen“ ist ein ganz schön sperriger Name. Gab es einen konkreten Anlass für die Gründung?

Wir haben uns Ende letzten Jahres überlegt, etwas zu unternehmen, und dass es so einen Verein braucht. Uns hat unsere Wut und der Frust über die lebensfeindlichen Zustände und die strukturelle Entrechtung von marginalisierten Menschen in Duisburg angetrieben. Wir wollen langfristig Aufklärungsarbeit leisten.

Sie beziehen sich auf die verschiedenen Häuserräumungen in Hochfeld, richtig?

Ja, das stimmt. Das sind schlimme Erfahrungen, die die Betroffenen machen. Wir erleben hier eine andauernde Menschenrechts-Krise, die von den Verantwortlichen schöngeredet wird. So, wie es derzeit ist, kann es nicht bleiben. Als Verein sind wir bundesweit vernetzt, wirken aber direkt im Stadtteil.

Mit wem arbeiten Sie auf Bundesebene oder in Duisburg zusammen?

In Duisburg ist es zum Beispiel das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung. Überregional werden wir bald Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und sind Mitglied beim VIA – Verband für Interkulturelle Arbeit. Bundesweit sind wir mit zivilgesellschaftlichen Bündnissen vernetzt. So zum Beispiel mit Initiativen, die mit Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt zusammenarbeiten.

Was ist das wichtigste Anliegen des Vereins?

Zentral ist für uns, Partizipationsmöglichkeiten zu schaffen für diejenigen, die von vornherein ausgeschlossen sind, aber Teil dieser Stadt sind. Dafür ist die konsequente Benennung von institutionellem Rassismus und sozialer Diskriminierung absolut notwendig. Es ist wichtig, dagegen anzugehen. Wir setzen unsere Energie daran, alternative Wege für den Aufbau einer vielsprachigen und diversen Stadtgesellschaft zu schaffen und marginalisierte Perspektiven und Stimmen sichtbar zu machen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Stadt Duisburg Rassismus vorgeworfen wird. Erst jüngst hatte sich Dezernent Paul Bischof entschieden dagegen gewehrt und betont: „Wir behandeln alle Menschen in Duisburg gleich, sowohl in unterstützenden als auch in ordnungsrechtlichen Angelegenheiten. Wir verstehen uns über alle Gruppen hinweg als eine solidarische Stadt. Und so handeln wir auch.“ Gleichwohl ist nach den Häuserräumungen der Task Force „Schrottimmobilien“ an der Gravelottestraße und der Brückenstraße wieder Kritik am Vorgehen der Stadt laut geworden.

Andere soziale Träger berichten, dass es schwer ist, Kontakte zur Community der Zugewanderten zu bekommen. Haben Sie einen Draht zu den Menschen?

Wir sind im Stadtteil verwurzelt und kennen viele Leute aus unserem alltäglichen Leben. Auch dadurch haben wir Einblicke in die diversen Lebensrealitäten und wissen um das Misstrauen gegenüber städtischen Institutionen. Es geht hierbei auch nicht vordergründig um Vorwürfe gegen einzelne Mitarbeiter, sondern darum, ein Bewusstsein für strukturelle Probleme der Institutionen zu schaffen. […]“

https://www.waz.de/staedte/duisburg/verein-aus-hochfeld-will-zugewanderten-eine-stimme-geben-id233140597.html

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Fest der Vielen & Corona

Liebe Besucher:innen des Fest der Vielen,

wir freuen uns das Wiedersehen mit Euch zu feiern!

Zurzeit sind im Freien, bei einem Fest dieser Größenordnung, keine 3G-Nachweise oder die Aufnahme von Personendaten erforderlich.

Dennoch möchten wir Euch daran erinnern, dass jederzeit die Möglichkeit einer Infektion besteht. Auch wenn Ihr getestet, geimpft oder genesen seid, schützt dies nicht vor Ansteckung. Daher gilt auch hier: bitte haltet Abstand und schützt Euch in engen Situationen wie am Bier-, Essensstand oder auf der Toilette mit einer Maske. Haltet die allgemeinen Hygieneregeln ein und wenn ihr die Möglichkeit habt, macht im Vorfeld einen Test.

Bleibt wachsam, solidarisch und vor allem gesund!

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Theatervorstellung: „UNVOLLKOMMEN“

22.08 um 20 Uhr in der Liebfrauenkirche, Einlass ab 19 Uhr, Beginn ab 20 Uhr
Das Ganze wird mit einer anschließenden Publikumsdiskussion abgerundet.
Tickets unter: https://pretix.eu/stapeltor/theater/

Eine Geschichte von Krieg, Wünschen und Identität produziert von Şermola Performans.

In UNVOLLKOMMEN erzählt Semah ihre Geschichte von Krieg, Wünschen und Identität. Als junges Mädchen träumte die kurdische Alevitin, davon Tänzerin zu werden. Geworden ist sie Kriegsreporterin, in ihrem Heimatland. Ihre kritischen Berichte bringen sie in Lebensgefahr und sie flieht. Im neuen Land ist sie eine Fremde, einsam und sprachlos. Identität wie ein Kleid abstreifen und einfach eine neue anziehen, ist das möglich? Als Rosa findet sie neues Selbstbewusstsein und einen Weg aus der sozialen Isolation. Doch die Vergangenheit holt sie ein, als sie eines Abends dem einen Mann wieder begegnet. Mit ihrem neuen Konzept #DatingWithTheatre lässt Şermola Performans ungehörte Stimmen abseits der konventionellen Theaterbühnen zu Wort kommen.

Im Anschluss an die Performance findet ein Publikumsgespräch mit den Künstler*innen statt.

Text und Regie: Mirza Metin

Schauspielerin: Hicran Demir

Produktionsleitung: Nora Vollmond

Produktionsassistenz: Rozerin Beyazgül

Kamera: Mehmet Eren Bozbaş

Grafik: Tatjana Krischik

#DatingWithTheatre ist eine Produktion von Şermola Performans, gefördert durch den Fonds Darstellende Künste Berlin. Mit freundlicher Unterstützung durch das Stapeltor – Soziokulturelles Zentrum Duisburg

#datingwiththeatre #stapeltor #soziokulturduisburg #performance #şermolaperformans #şermolaperformans

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Videomitschnitte des Podiumsgesprächs zu „Gewalt gegen Sinte:zze und Rom:nja – Der legitimierte Rassismus“

| 1. Kurz-Clip von Roxanna-Lorraine Witt von save space e.V. auf dem Podiumsgespräch zu „Gewalt gegen Sinte:zze und Rom:nja – Der legitimierte Rassismus“ |

Die gesamte Aufzeichnung der Veranstaltung werden wir in Kürze ebenfalls hochladen. Wir bedanken und noch einmal bei allen Teilnehmenden für die spannende Diskussion!

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26. August 2021: Stilles Gedenken am Jahrestag des rassistischen Brandanschlags in Duisburg Wanheimerort

Kommt am 26.8.2021 um 18:00 Uhr mit Sicherheitsabstand und Maske in zur Wanheimerstrasse 301 in Duisburg-Wanheimerort und zeigt Eure Solidarität beim „Stillen Gedenken“:37 Jahre nach dem Brandanschlag auf das Wohnhaus von sogenannten „Gastarbeiter*innen“ in Duisburg-Wanheimerort, wollen die Betroffenen, Überlebenden und die Initiative DU 26. August 1984 beim „Stillen Gedenken“ an die sieben Opfer des Brandanschlags erinnern und an der Seite von Familie Satir und Turhan stehen.

Niemand hat 1984 oder 1993 von Rassismus gesprochen, obwohl es deutliche Hinweise auf ein rassistisches Motiv gab. Deshalb lehnen wir das Urteil ab und klagen nach wie vor Rassismus an, und fordern Erinnerung und Aufklärung.

Döndü Satır – 40 Jahre
Du bist nicht vergessen!

Zeliha Turhan – 18 Jahre
Du bist nicht vergessen!

Rasim Turhan – 18 Jahre
Du bist nicht vergessen!

Songül Satır – 4 Jahre
Du bist nicht vergessen!

Ümit Satır – 5 Jahre
Du bist nicht vergessen!

Çiğdem Satır – 7 Jahre
Du bist nicht vergessen!

Tarık Turhan – 50 Tage
Du bist nicht vergessen!

Wir werden erinnern!
Wir fordern Aufklärung!
Gegen das Vergessen!